15. September 2007

Heute ist anscheinend einer jener Tage an denen nichts funktioniert. Gerade ist alles aufgebaut -Montierung, Teleskop eingerichtet, der Connect des Guiders und der Montierung läuft, es kann also eigentlich losgehen. Ok, für heute stehen, besser spät als nie, Kugelsternhaufen auf der Abschussliste. Gerade steht der Leitstern im Sucher, noch
etwas korrigieren, etwas nach links, ein wenig nach unten und dann: nichts mehr, kein Mucks. Die Monti steht und weigert sich standhaft vom Rechner oder von der Handbox auch nur irgendein Signal anzunehmen. Nun ist also auch die Monti im Eimer. Alles probieren hilft nichts, die originale Steuerplantine der EQ-6 muß wieder eingebaut werden. Nur gut, dass der Garten so gut ausgeleuchtet ist (so zwei Straßenlaternen sind doch was tolles), denn so ist es problemlos möglich die Platinen umzuschrauben. Fotografie durch die Filter ist damit erledigt, also kein Pease 1, M15 bleibt aber trotzdem auf der Liste. Ohne Guiding und nur 2x als langsamster Korrekturgeschwindigkeit bleibt eigentlich nur ein paar 'Standardkerzen' abzulichten und das auch nur mit maximal 30s Belichtungszeit, sonst werden Schneckenfehler
und Drift zu groß.

Wetter:
Kein Mondlicht, recht dunkel, aber hohe Luftfeuchtigkeit.
Gegen Mitternacht zunehmendes Streulicht durch Dunst.
Ebenfalls aufziehende Wolken.
Beginn: ca. 22:00
Ende: ca. 02:00
M13 und M92
Da meine Hauptblickrichtung SW - NW ist, geht es zuerst in den Herkules. Der steht noch recht hoch im Westen. Zum Aufsuchen gehe ich fast immer vom rechten unteren 'Kastenstern' (Zeta) entlang der Verbindungslinie. M13 erscheint im 8x50-Sucher als kleiner Wattebausch,
wie alle Kugelsternhaufen.

Sternkarte Herkules
CdC-Karte Herkules: Aufsuchrouten sind grün dargestellt

Wenn dann die wichtigsten Voreinstellungen soweit stimmen kann es mit den Probeaufnahmen zur Schärfeeinstellung losgehen. Danach folgen 10 Einzelaufnahmen und Darkframes. Was sich hier recht einfach anhört, ist in diesem Fall tückisch, da ich nicht guiden kann. Die Hälfte der Aufnahmen habe ich verwerfen müssen.

M13
M13, oben rechts im Bild: die Galaxis NGC 6207

Oben rechts im Bild findet sich noch eine Galaxis aus dem NGC: 6207. Besser zu sehen ist sie der Vergösserung. Auch die Darstellung des gesamten Feldes im 8" / F4-Newton zeigt beide Objekte sehr schön.

Das selbe Prozedere muß natürlich bei jedem Ziel durchlaufen werden, wenngleich es sich durch die gewonnenen Voreinstellungen vereinfacht und deutlich beschleunigt.
Zum Aufsuchen von M92 beginne ich bei Piund gehe dann nordwärts. Auch M92 ist anhand der Sternkarten im Sucher gut zu finden.

M92
M92 im Herkules

M92 ist etwas kleiner als der bekannte M13 und zeigt einen deutlich konzentrierteren Kern. Dafür lassen sich bei diesem KS die Randbereiche sehr weit auflösen. Grösser >>
Leider zogen bei diesen Fotos dünne Wolken durch, so das die Kontraste im Bild etwas flau wurden.

Karten: Cartes du Ciel
M15 im Pegasus
M15 enthält eine Besonderheit: den planetarischen Nebel Pease 1. Der wäre mit einem O-III Filter gut abzubilden, was allerdings deutlich längere Belichtungszeiten erfordern würde.

Auch M15 ist relativ leicht zu finden. Ich gehe dazu von Baham (Theta Pegasi) über Epsilon in direkter Linie weiter zu M15. Auch dieser KS erscheint deutlich im Sucher ;-)

Aufsuchkarte Pegasus M15
Aufsuchkarte M15

M15 ist sichtbar kleiner als die vorigen Kugelsternhaufen und zeigt einen relativ konzentrierten Kern. Die Silhoutte des Kugelhaufens zeigt zwei 'Beulen', in der größeren der beiden befindet sich Pease 1. Visuell erfolgt die Verifikation der Sichtung mit O-III Filterblink.
Da der planetarische Nebel gut auf O-III-Filter reagiert, bietet es sich an, auch die Fotografie mit diesem Filter zu versuchen, aber ...  ;-)

M15
M15, leider nicht besonders gut erwischt. Da geht mehr! Größer >>



h+x im Perseus

Der 'offene Doppelhaufen' ist visuell eines der schönsten Großfeldobjekte. Fotografisch ist daher ebenfalls ein großes Feld erforderlich. Durch die Größe füllt der doppelte offene Sternhaufen das Gesichtsfeld des GSO-Newtons gut aus.

Aufsuchkarte x+h
Aufsuchkarte x+h

Zum Aufsuchen verlängere ich einfach den 'linken Abstrich' des Kassiopeia-Ws direkt in Richtung Perseus. Trotz des  dichten Sternenhintergrundes fallen die beiden Sternhaufen gut auf, am besten vielleicht sogar im Fernglas.

h und x Persei
h + x Persei  Größer >>

Auch hier wurden 10 Bilder zu je 30s belichtet und 'gestacked'. Trotz der Kürze der Belichtung, kommt wohl deutlich die Fülle des Sternfeldes zum Vorschein.
Aber auch hier gilt: ...da geht noch mehr!  ;-)