| Nach einer ewig scheinenden
Schlechtwetterperiode folgten nun drei Tage Sterne in Folge.... Ich hab' es also endlich geschafft meine ersten brauchbaren Galaxien auf den Chip zu bekommen. Mit der Bildbearbeitung bin ich auch ein Schrittchen weiter. Nun schaffe ich es immerhin die Gradationskurven so zu verdrehen, dass die Farben passen - dafür gehen dann Details flöten (siehe Bilder von M81/82) Wenigstens geht es etwas vorwärts. |
Wetter: Mond vor dem 1. Viertel, ruhige Luft, starke Temperaturgefälle während der Nacht. Mässige Durchsicht, mittleres Streulicht |
| 08.02.2008 M81/82 in bunt und sw, bzw. mit und ohne Details... Diese Standardkerzen mussten einfach sein. Man kann in M82 sogar die Ausbruchstrukturen (rot) sehen. M81 ist übrigens die hellste der Arp-Galaxien. Was man dummerweise auch sieht ist, dass die DSLRs es alle nicht so mit der Rotempfindlichkeit haben - dem rigorosen IR-Sperrfilter sei Dank :-( M81 und 82 (UMa) ![]() größer >> ![]() größer >> M81 ![]() M82 ![]() ... vielleicht ein wenig arg an den Reglern gedreht. |
|
| 09.02.2008 Am sich langsam verdunkelnden Himmel stand ein wirklich wunderschöner ca. 2 Tage alter Mond mit deutlich sichbarem Erdschein. Die beleuchtete Seite konnte ich mit 1/90s auf den Chip bannen, den Erdschein mit 6s. gleichzeitig, hab ich den Mond zum fokussieren der Kamera benutzt ;-) ![]() Mond im 8" F/4 ( grösser >> ) und das Gegenstück, der Erdschein in der gleichen Optik ... ![]() ... durch die lange Belichtung sind auch schon erste Sterne zu sehen ( grösser >> ) M78 hatte ich mir für Samstag vorgenommen. Das ist ein Dunkelnebel, der vor einem Reflexionsnebel liegt. Wie für Dunkelstrukturen üblich, braucht man Kontrast und daher einen dunklen Himmel. Das Ergebnis ist erwartungsgemäß eher kläglich. Der helle Reflexionsteil ist zu sehen, die Dunkelstruktur versäuft im Streulicht. M78 (Ori) ![]() größer >> Wo wir gerade bei Nebeln und mangelnder Rotempfindlichkeit sind.... IC410 im Fuhrman ist so ein Ding. Visuell ist es bei uns sozusagen unsichtbar, fotographisch ein schönes H-alpha-Objekt, eine modifizierte EOS täte es ja auch. Naja, nach einigem Drehen an der Sättigung und Pfuschen im Histogramm konnte ich dann wenigstens die hellsten Bereiche überreden rötlich zu wirken... Dabei hätte ich gerne die 'Tadpoles' geangelt. Die 'Köpfe der besagten Kaulquappen sind ansatzweise etwas links unterhalb des Sternhaufens zu sehen - immerhin ... IC410 (Aur) ![]() größer >> Also auf zu erfolgreicheren Bereichen im Großen Bären. Angefangen (es war so gegen 23:30) habe ich mit der Galaxienjagd bei M106. Eigentlich nichts Besonderes, eine einfache Spirale. Sie war halt schon hoch genug über dem Dach ;-) Bei den Galaxien lohnt sich bei den großen Versionen auch ein Blick neben das eigentliche Objekt - es sind etliche Hintergrundgalaxien zu sehen... M106 (CVn) ![]() größer >> Weiter zur Waschmaschine (Whirlpool-Galaxy). M51 - die Strudelgalaxis (CVn) ![]() größer >> Wenn die Drehzahl nicht reicht, nimmt man das Feuerrad (Pinwheel-Galaxy) M101 (UMa) ![]() grösser >> Nachdem ich die letzten Belichtungen fertig hatte und auch einige Wolken durchzogen, war es dann an der Zeit in den Federn zu verschwinden - ziemlich genau 5:00 morgens ;-) Spannend finde ich übrigens auch, was man am Himmel so alles NICHT sieht. M101 bspw. ist von seiner scheinbaren Ausdehnung her etwas mehr als halb so groß wie der Mond. Wäre sie heller, könnte man mit blossem Auge schon viele Einzelheiten sehen ... |
|
| 10.02.2008 Verkürztes Programm ;-) Ein unscheinbares, aber interessantes Objekt für den Anfang... NGC2419, der 'Intergalaktische Wanderer' in den Zwillingen. Zuerst das Suchbild - wo isser denn? NGC2419: Der intergalaktische Wanderer (Gem) ![]() grösser >> ... ziemlich genau etwas oberhalb der Mitte, ein kleiner Wattebausch ;-) Der Kugelhaufen ist ein Unikum, weil er der einzige bekannte (Kugel-)Sternhaufen ist, der sich im Niemandsland zwischen den Galaxien befindet und sich weiter entfernt. Derzeit ist er ca. 250.000LJ entfernt. Der Haufen hat eine Helligkeit von 10,4m, eine Ausdehnung von 1,5° und die Sterne haben eine Helligkeit von ca. 17m. 'Anlösen' ist also für meinen 8-Zöller eine grenzwertige Geschichte. ...erlegt! (200%) ![]() Ich habe sogar den Fokus erwischt, wie die 2 Pixel breiten Spikes beweisen ;-) Die Nachführung rennt jetzt ordentlich, die Sterne bleiben jedenfalls schön rund. Dann hätte ich noch einen Eskimo im Angebot, wir haben ja schliesslich Winter und kalt war es auch... NGC2392 - der Eskimonebel in den Zwillingen (Einzelbild, 180s belichtet) ![]() einzelnes Rohbild Für meine Röhre, die ja mit 8" F/4 ein Rich-Field-Newton ist, ein ziemlich langweiliges Objekt. Halt ein grüner Kringel mit einem weißen Punkt als Eskimogesicht. Spannend wird dieser planetarische Nebel erst so ab ca. 2m Brennweite, aber die kann ich derzeit nicht nachführen. Derzeit guide ich seriell über das NexStar-Protokoll, ich müsste erst auf einen mikroschrittfähigen ST4-kompatiblen Guider wechseln, die Monti kann es immerhin schon mal. Und zum Schluss noch ein Bonbon - zumindestens von den Farben her... M42, der große Orionnebel (Ori) ![]() M42 als Stack aus 23 Einzelbelichtungen. grösser >> Die Belichtungen funktionieren mittlerweile recht gut, der derzeitige Software-Guider (PHD-Guiding) arbeitet mit meinem alten DSI-1 gut zusammen. Ganz gelegentlich verliert er zwar mal den Leitstern und rennt etwas ziellos durch die Gegend. Das ist aber nur relevant, wenn ich Leitsterne an der 'Wahrnehmungsgrenze' des DSI auswähle. Die Belichtungen sind, bis auf den Eskimonebel, alle Stacks aus mehreren Belichtungen. Die Galaxien z.B sind 5x 180s und 10x 300s belichtet, die Nebel 5x 180s, 10x 300s, 5x 480s. Für jedes Bild kommt dann noch etwa 1min Übertragungszeit von der Kamera zum PC dazu. M101 bspw. brauchte so ca. 1,5h reine 'Arbeitszeit', plus Zeit zum Aufsuchen und Einstellen des Bildausschnittes, Fluchen über die Leitsternsuche ;-) etc. Bei drei Gx waren das dann ungefähr 5h Exil auf dem Balkon - WAR DAS KALT. |
|
| 11.02.2008 Auch am Montag waren wieder Sterne zu sehen, wenngleich es deutlich feuchter als in den vergangenen Nächten war. Auch machte sich die zunehmende Müdigkeit deutlich bemerkbar. So entschied ich mich für zwei Aufnahmeserien von Alnitak mit Umfeld und M76, dem kleinen Hantelnebel. Orion stand schon recht tief in der Lichtglocke einer Strassenlaterne. Trotzdem entschied ich mich für 8 Minuten Belichtung bei ISO800 durch den UHC. Im Vergleich zum letzen Mal fielen die Spikes um Alnitak viel kleiner und ohne Muster aus. Hier machen sich die Blenden im Tubus bemerkbar. Die Spikes, die duch die Brechung an der Fangspiegelspinne entstehen, entfallen natürlich nicht. Allerdings finde ich Astrofotos ohne Spikes nicht ästhetisch, sie gehören für mich einfach dazu :-) ![]() Alnitak mit Flammen und Pferdekopfnebel. grösser >> ... vielleicht ein wenig arg blau-lila ;-) Zweites Objekt des Abends ist M76, der kleine Hantelnebel im Perseus. M76 - der kl. Hantelnebel (Per) ![]() Stack aus 20 Einzelbelichtungen. Grösser >> Leider steht der Perseus derzeit nördlich und damit in der Lichtglocke Richtung Herford. Durch die feuchte Luft und das daher starke Streulicht werden die Details heute leider stark verwischt. Im Gegensatz zu M27, dem Hantelnebel, ist M76 wirklich klein. Trotzdem ist die Ähnlichkeit doch frappierend und spätestens die 'Ohren' machen den Eindruck perfekt ;-) Zum Schluß noch der Nebel selbst als Ausschnitt aus dem großen Bild. Das Detail wurde nur ein wenig angepasst, indem der Blauanteil reduziert und Kontrast und Helligkei aller Farbanteile variiert wurden. ![]() Detail mit M76 aus dem oberen Bild |
|
| 12.02.2008 Es ist zwar klar, aber heute mal nicht ;-) Die Woche soll ja weiter schön bleiben ... |
|