26. - 29.12.2008
Fotos bei Eiseskälte ...

Nach einer ewig scheinenden Schlechtwetterphase überraschte der Wettergott zum Jahresende mit einer andauernden Sternenlichtdusche zum Jahresausklang.
Die Nacht zum 26. diente zum Ausprobieren und Einrichten der Geräte, schließlich ist ein Filterrad dazu gekommen. Das Filterrad hat leider einen langen Adapter zum MPCC hin, wodurch die der Abstand zwischen Korrektor und Chip und damit die Bildkorrektur in den Ecken nicht mehr passt.
Neben diesen überschaubaren und nicht wirklich gravierenden Einschränkungen entpuppten sich die Minusgrade mit Temperaturen bis -10°C mit ausfrierendem Dunst als weiterer Stolperstein. Allerdings schlug sich nichts auf der Schmidtplatte des Leitrohrs nieder und auch der Fotonewton glitzerte nur äusserlich ;-)
Die EQ-6 zeigte sich ebenfalls von ihrer allerbesten Seite und lief absolut problemlos.
Der 26. war also schon mal erfolgreich.

Für den 28. hatte ich mir M33 und das Galaxienpaar M81/M82 vorgenommen. Auch in dieser Nacht herrschten wieder deftige Minusgrade mit glitzernden Eiskristallen auf den Teleskoptuben.
Das Fokussieren klappte soweit schon mal gut und ich entschied mich für 10 Aufnahmen zu je 600s.

M33
Kernstrukturen in M33, der Dreiecksgalaxis

War diese Galaxis auf dem HTT noch mit unbewaffnetem Auge sichtbar, drängte sie hier das durch den Dunst gestreute Licht soweit zurück, dass sie nicht einmal im Sucher sichtbar war.
So sind letztlich nur die Kernstrukturen auf dem Chip gelandet und einige Wasserstoffgebiete. Aber immerhin schon mal mehr als mir bisher gelang.   :-)

Das Paar aus M81 und M82 stand um Mitternacht zenitnah und verhielt sich deutlich weniger zickig. Auch hier machte die 6c 10 Aufnahmen zu je 600s.

M81 und die irreguläre Gx M82
M81 und M82

Aufgrund des Dunstes blieb M81 mit Ausnahme des Kernbereiches dezent im Hintergrund. In M82 kommt dafür das Ausbruchsgebiet gut zur Geltung und auch die Staubstrukturen kommen recht gut heraus. Allerdings ist mein Equipment für Großfeldfotographie ausgelegt, so dass hier nicht unbedingt mehr zu erwarten war. Naja, bei weniger Dunst sollte trotzdem noch etwas mehr gehen ;-)

M82
Ausschnitt aus dem oberen Bild: M82 mit Ha und Staubstrukturen


Am 28. wollte ich dann etwas Neues ausprobieren und meine ersten ernsthaften H-alpha Aufnahmen machen. Als Ziele hatte ich NGC1499, den California-Nebel und NGC2244 samt Rosettennebel (NGC2237, NGC2238, NGC2239 und NGC2246) ausgewählt.

Zum Auffinden der Objekte musste ich mich komplett auf das Goto der SysScan-Steuerung verlassen. Zum Glück ist die so genau, dass das gewünschte Objekt ad hoc ziemlich passend im Bild steht. Lediglich der Bildausschnitt benötigt eine leichte Korrektur. Auf den Vorschaubildern der Kamera war ausser ein paar wenigen Sternen erst mal nichts zu sehen. Auch das Fokussieren mit dem H-alpha Filter ist ziemlich aufwendig, da jede der Testaufnahmen mindestens 45s belichtet werden muß, um einigermassen abschätzen zu können, ob der Chip im Fokus ist.

Der California-Nebel ist zwar eher ein H-ß-Objekt, ließ sich aber mit meinem 'breiten' H-a Filter (Baader 2", 45nm Durchlassbreite) mit 10x 900s auch ablichten, wobei ich leider aufgrund der genannten Anlaufschwierigkeiten den Fokus nicht exakt getroffen habe ...

NGC1499, der California-Nebel
NGC1499, der California-Nebel


Das zweite Objekt des Abends war der Rosettennebel und der darin befindliche Sternhaufen. Der Sternhaufen NGC2244 im Innern regt den Nebel zum Leuchten an. Interessant sind auch die vielen Nuancierungen und Dunkelstrukturen, die den Gasnebel durchziehen.


Der Rosettennebel
NGC2244 und der umgebende Rosettennebel   grösser >>

Dieser Nebelkomplex passt soeben ins Bildfeld meines Foto-Newton und zeigte schon auf den nicht 'debayerten' (siehe Bayer-Matrix eines Farb CCD) Kamerabild deutliche Strukturen. Da dieser Nebel tiefrot im H-a-Bereich leuchtet, konnte der H-alpha-Filter gute Arbeit leisten.  Die Belichtungszeit hatte ich wieder auf 600s (10 min) eingestellt.
Letztlich bin ich mit meinem ersten brauchbaren H-a Bild jedenfalls ganz zufrieden :-)

Fazit:
- ENDLICH wieder Sternenlicht!
- die EQ arbeitet mit C6, 0,63-Reducer, DSI-1  und EEEpc prima und zuverlässig
- die ALccd 6c hätte bei diesen Temperaturen einen niedrigeren Offset vertragen
- die 6c arbeitet auch mit Schmalbandfiltern gut wenn ich etwas länger belichte
- das Filterrad ( externer Link Trutek Supaslim) lässt sich einwandfrei mit Astroart 4 steuern
- der lange Adapter zwischen Filterrad und MPCC verursacht nur geringe Bildfehler
- der Fangspiegel des Newton ist eindeutig zu klein (Vignette!)


Nach den Erfahrungen mitt der ersten erfolgreichen H-a Aufnahme werde ich mich wohl intensiver mit dieser Art der Bildgewinnung befassen, zumal sie die Effekte der hiesigen Lichtverschmutzung leidlich in den Hintergrund drängt. Daher werde ich mir wohl noch einen S-II Filter zulegen um die Hubble-Palette aus H-a, O-III und S-II abbilden zu können.
Einen kürzeren Adapter zwischen Filterrad und MPCC werde ich - neben einem 70mm Fangspiegel für den Fotonewton - ebenfalls ins Auge fassen.
Insgesamt also nur noch marginale Änderungen am Equipment, das m.E. nun sehr zufriedenstellend arbeitet.

Wetter:
Wenige Tage alter Mond.
-8°C, ausfrierender Dunst
und Streulicht.
Gute Durchsicht


Instrumente:
GSO 8" f4 Fotonewton
und ALccd6c
Celestron C6 mit Reducer
und DSI-I als Leitrohr



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