ALccd 6c, aka QHY8
meine kleine Astro-CCD-Cam
seit 02.2008
Aufgrund der Nachteile meiner DSLR bei der Astrofotografie
entschloss ich mich Mitte Februar zum Kauf einer äquivalenten
Astro-Kamera. Aspekte dabei waren:
  • möglichst großer Chip
  • Auflösung ähnlich meiner alten EOS
  • hohe Empfindlichkeit im roten (H-alpha/S-II)
  • wenn Farb-Cam, dann auch weitgehend schmalbandtauglich
  • gekühlt, um Rauschen zu unterdrücken
  • Kompatibilität zu gängiger Astrosoftware
  • problemlose Treiber
  • möglichst verfügbare Linux-Treiber
  • geringes Gewicht um den OAZ zu entlasten
  • akzeptabler Preis

Alle diese für mich wichtigen Aspekte fand ich bei der ALccd 6c
perfekt umgesetzt. Wie die EOS hat sie eine Chipdiagonale von
~28mm, 6MPixel Auflösung, jedoch als deutlich empfindlicheres CCD.
Ausserdem erhöht sich die Datentiefe von 12bit (EOS) auf 16bit.

Chip der 6c
Die 6c und ihr Sony Super HAD

Vertrieben wird die Kamera in Deutschland über die Firma Astrolumina,
die auch kompetent und ausführlich berät. Im Lieferumfang befinden sich
  • Kamera
  • DC-Box
  • USB-Kabel,
  • 2x Stromversorgung (1x 12V zur DC-Box, 1x 12V von DC-Box zur Cam)
  • 1x S-Videokabel zur Stromversorgung der Kühlung
  • Begleit-CD mit Treibern, Software und Anleitung
  • Holzbox zur Aufbewahrung der Geräte
Betreibt man die Kamera wie ich in der Nähe einer Steckdose, empfiehlt sich
auch der Kauf eines passenden Netzteiles mit mind. 5A.

Einmessen der ALccd 6c



externer Link www.astrolumina.de
externer Link www.qhyccd.com

Sensor (Sony Super HAD Chip):
Pixelanzahl: 3.110 x 2.030
Aktive Pixel: 3.032 x 2.016
Chipgröße: 17,64 x 25,10mm (Diagonale 28,4mm)
Pixelgröße: 7,8µm x 7,8µm (quadratische Pixel)
Farbmethode: RGGB Bayer Matrix auf dem CCD
Ausleserauschen: 8-12 e- @600kPixel/s
Quanteneffizienz: ca. 60% (grün), ca. 50% (H-alpha)
Bündelung: Mikrolinsen über jedem Pixel
Ausleseverfahren: Progressive Scan
Anti-Blooming-Gate: -110dB

Ausleseelektronik:
Datentiefe: 16bit
Rauschunterdrückung kTC: Double Correlated Sample
Datenübertragung: 600kPixel/s (1.2Mbyte/s)
Vorschau- und Fokus: 6MPixel/s (12Mbyte/s)
Interface: USB 2.0
Belichtungszeiten: 1/1000 - 10.000 Sekunden
Korrektur des Ausleseverstärkerrauschens
Stromverbrauch: 18V 500mA

Kühlung:
2-stufige TEC bis -45°C unter Umgebungstemperatur
Eingebauter Ventilator mit Speziallagerung
Stromverbrauch: 12V 3.3A

Teleskopanschluss:
M42x0,75 Schraubinnengewinde (T2)

Größe:
90 x 90 x 51mm

Gewicht:
500g

(Quelle: Astrolumina)


Verkabelung
Vom abgebildeten Netzteil führt ein 12V-Kabel zur DC-Box
Netzteil

Die DC-Box dient zur Spannungsverteilung und versorgt über 2 Ausgänge
die Kühlung mit 12V (der Stiftstecker rechts) und die Elektronik der
Kamera mit 18V (SVHS-Kabel)
DC-Box
Die DC-Box DC-101, mittlerweile wurde sie
durch die  DC-102 mit Display ersetzt

Die Box liefert dabei 12V/3,3A zur Kühlung und 18V/500mA an die
Elektronik der Kamera.

&c im OAZ
Die 6c im OAZ meines Fotonewton  (Original / Umbau)

Optische Adaption...
Filterwahl
Im Lieferumfang der 6c ist entweder ein multivergüteter
IR-Sperrfilter oder ein ebenfalls multivergütetes Klarglas-
Fenster enthalten. Bei der Bestellung muß angegeben
werden, welche Version gewünscht ist.
Für 'normale Pretty Pictures' bietet sich der IR-Sperr-
filter an. Steht auch Schmalbandfotografie auf der
Wunschliste, würde ich Klarglas bevorzugen.

Steckhülsen
Leider nicht im Lieferumfang enthalten ist eine für
OAZ verträgliche 2" Hülse. Je nach Teleskop muß eine
passende Adaption von T2 mitbestellt werden.
Bei SC/ACF ist das eine einfache T2-2" Hülse, verwendet
man jedoch einen Komakorrektor wie den Paracorr oder
Baader MPCC ist eine 34,5mm Verlängerung um die
55mm Abstand zwischen Korrektor und Chip einhalten
zu können erforderlich.
(Achtung: T2 Aussen- und Innengewinde!)




Treiber und Software
Es existieren zwei Entwicklungslinien der Kamera-
Software. Einerseits die des Herstellers QHY und eine
weitere von astrosoft.be. Die Treiber und Software
des Hersstellers ist frei verfüg- und einsetzbar.
Astrolumina liefert auf der Begleit-CD die Software
von astrosoft.be mit. Diese Software muß registriert
werden. Astrolumina liefert die Codes allerdings
kostenfrei mit.


Wichtige Info zu den Registriercodes:
Aufgrund des 14-tägigen Rückgaberechtes seitens des
Kunden werden die Codes nicht direkt beigelegt und
sind erst nach Ablauf dieser Frist einlösbar.

Wie ich gerade mehrfach mitbekommen habe führt dies
häufiger zu Irritationen ;-)



Da beide Treiberlinien differieren funktioniert die QHY-
Software AstroWin bei Verwendung der Astrosoft-Treiber
nicht. Umgekehrt funktioniert CCDCap nicht nach der
Installation der QHY-Treiber.
Auf keinen Fall dürfen die Versionen gemischt werden,
da dies zu Fehlfunktionen oder eben Nichtfunktion
führen kann.

Da die Astrosoft-Treiber als stabiler und funktionaler
gelten und auch mitgeliefert werden, gehe ich im
Folgenden nur auf diese ein.


Windows
Systemtreiber: um die Kamera überhaupt betreiben zu
können werden über drei Dateien installiert:
qhy8.inf
qhy8_base.sys
qhy_io.sys

Die .inf-Datei ist die Konfigurationsdatei, qhy8_base.sys
ist sozusagen das Betriebssystem der Kamera und
qhy8_io.sys regelt die Kommunikation zwischen Kamera
und PC.

Sollten die Treiber manuell installiert werden müssen,
muß die inf-Datei nach C:\windows\inf und die beiden
.sys-Dateien nach C:\windows\system32\drivers
kopiert werden. Nach einem Neustart (Achtung: auch
die Kamera stromlos machen) erkennt Windows die
Kamera als USB-Gerät.

Programmfunktionen: Auf den genannten Treibern setzen
die Plugins auf. Hier gibt es Plugins für MaxIm, Astroart
und CCDCap, sowie dasProgramm CCDCap.
Auch diese Plugins differieren funktional von denen des
Herstellers. Nicht mischen!

Die Installation ist sehr ausführlich in der Doku auf der
CD beschrieben.


6c

Die Aufsicht auf die Kamera zeigt neben dem ruhig laufenden Lüfter rechts
die Anschlüsse an die Kamera:
  • Strom Ausleseelektronik (18V, SVHS)
  • Strom Kühlung und Lüfter
  • USB 2.0 zum PC

Hier noch einmal ein Closeup der Kameraanschlüsse. Gut zu sehen ist auch
die saubere Verarbeitung der Kamera.
Anschlüsse der 6c

Nun noch einmal die Kamera von der Seite. Vorn, auf dem T2-Gewinde,
befindet sich der Baader Multi-Purpose-Coma-Correktor (MPCC)
Es fehlt hier allerdings noch das Distanzstück.

ALccd 6c und DSI mit Off-Axis Guider
ALccd 6c und DSI mit Off-Axis Guider