| Basteleien
.... Auf dieser Seite beschreibe ich einige der von mir an meinen Gerätschaften vorgenommenen Umbauten. Ich versuche mein Equipment zu verbessern, da die zumeist chinesischen Geräte zwar eine gute Grundlage bieten, aufgrund des herrschenden Kostendrucks jedoch noch reichlich Potential für Optimierungen bieten ;-) Inhalt:
Schwärzung des C-6-Tubus Wer eine Standardoptik sein Eigen nennt wird den Blick von vorn in den Tubus kennen: Eine glatte Tubuswand und eine eher grau erscheinende Wandung. Blickt man in einem flachen Winkel an der Innenseite entlang fragt man sich unwillkürlich wieso die Farbe Schwärzung genannt wird.... Bei meinem C-6 war die Situation nicht anders, eine gute Optik steht in krassem Widerspruch zu solchen Details. Das C-6 ist zwar eine geschlossenes System, jedoch relativ massearm. Daher erscheint mir eine Ventilation als zu aufwändig. Eine bessere Ausschwärzung dürfte daher die beste Lösung sein. Dazu gibt es zwei Lösungen - entweder Velours-Folie oder die Schultafellack-Vogelsand-Beschichtung. Veloursfolie ist zwar leichter, hat jedoch den Nachteil, das sich kleine Krümel lösen und im Tubus umherfliegen können . Lack/Vogelsand ist zwar schwerer, jedoch abriebfest, daher habe ich mich für diese Lösung entschieden. Die Optik kann einfach auseinandergebaut werden, auch die Schmidtplatte kann in ihrer Halterung verbleiben. Der Alutubus sitzt jedoch sehr stramm in der Spiegelzelle, daher muß man hier aufpassen um den Hauptspiegel nicht zu beschädigen. Die Innenseite des Tubus habe ich dann dünn mit Schultafellack gestrichen und Vogelsand in den noch feuchten Lack gestreut. Der überschüssige Sand wurde einfach abgeklopft. Nachdem die 'Sandschicht' angetrocknet war habe ich eine weitere dünne Schicht Schultafellack aufgetragen. Das Ganze habe ich dann drei Tage trocknen lassen und das Teleskop wieder zusammen gebaut. ![]() Der beschichtete Tubus. Im Vergleich zum Vorher ist das Tubusinnere deutlich schwärzer... Der Lohn der Mühe ist ein deutlich gestiegener Kontrast, speziell bei Deep Sky-Beobachtungen. Einbau des MCU-Update Die EQ-6 ist eine sehr tragfähige Montierung, leidet jedoch unter dem Fehlen von PEC und Guiding-Schittstellen. Auch sind die periodischen Schneckenfehler recht groß, so daß die Montierung - auch für kurzbrennweitige - Astrofotografie in ihrer Grundversion nicht einsetzbar ist. Neben den rein mechanischen Verbesserungen, wie z.B. den Gierlinger-Trieben,
gibt es auch die elektronischenAnsätze. Ein günstiger, aber wie ich meine sehr leistungsfähiger Ansatz stammt von Anand Rajiva: das MCU-Update.Das MCU-Update ersetzt den Steuerchip auf der Hauptplatine der EQ-6. Der Einbausatz besteht bei der EQ-6 aus einer kleinen Platine, deren auffälligste Merkmale der neue Steuerchip und die serielle Schnittstelle sind. Um die Schnittstelle nach aussen zu führen wird ein Ausschnitt in die Frontplatte 'gedremelt'; eine Schablone liefert Anand Rajiva mit. Der Einbau wird auf der Website sehr ausführlich beschrieben. ![]() Die Frontplatte der 'neuen' EQ-6; einzig die zusätzliche 15-pol Sub-D-Buchse weist auf die zusätzlichen inneren Werte hin ... Neben dem MCU-Update selbst habe ich auch den Steuerchip der Handsteuerbox ersetzt und auch Keys für IntelliTrack und GoTo aktiviert. Die Handsteuerbox kann nun zusätzlich Betriebszustände anzeigen, die störende grüne LED wurde umprogrammiert und leuchtet nun bei aktiviertem PEC rot oder bei deaktiviertem PEC gar nicht mehr. Wird eine Taste gedrückt, leuchtet sie orange. Grün zeigt den PEC- Lernmodus an. Werden jeweils beide RA- oder DEC-Tasten gedrückt wird die Steuerrichtung umgekehrt, was dann die Nachführung deutlich vereinfacht. Bei aktiviertem IntelliTrack ist die Montierung in einem 'Dauerlernmodus' und analysiert die Nachführaktivitäten des Bedieners. Die Steuerung versucht aus den manuellen Korrekturen die Aufstellungsfehler zu berechnen und automatisch zu eliminieren. Während der Beobachtung merkt man das daran, dass nach kurzer Zeit fast keine Korrekturen mehr notwendig sind. Zusammen mit PEC bleiben die eingestellten Objekte wie 'angenagelt' im Okular stehen. Weiter 'versteht' das MCU-Update den LX200-Befehlssatz und kann mit Meade-Plugins gesteuert werden. Das ermöglicht ein z.B. 'Kleinraum-GoTo' z.B. mit Cartes du Ciel ![]() Das Meade-Plugin für CdC Eine weitere Möglichkeit die sich so bietet ist das Auto-Guiding. Ich kann dazu das Programm Envisage aus der Meade Autostar-Suite verwenden. ![]() Meade Envisage als Autoguider. Das Bild des DSI an einer langbrennweitigen Optik steuert die Montierung und regiert direkt auf eine Drift des Leitsterns. Die zweite kurzbrennweitigere Optik, z.B. die kleine 'Russentone' wird mit der eigentlichen Aufnahmeoptik bestückt. Die zweite Kamera fehlt mir allerdings ;-) zurück |