| Umbau
des Foto-Newton 200 / 800 (f/4) Wie schon im Fazit zum Original-Gerät festgestellt, hat der TS-Newton noch etliches Optimierungspotential. Zusätzlich hat sich der Okular- auszug für mich als weiterer Schwachpunkt herauskristallisiert. Um eine digitale SLR sicher zu führen, mußte der OAZ sehr stark angezogen werden, was ihn sehr schwergängig machte und die Feineinstellung ziemlich erschwerte. Um diesen Schwachpunkt zu eliminieren, habe ich den originalen OAZ durch einen JMI EV-1n ersetzt. Ein erster fotografischer Test nach dem Einbau ergab allerdings, dass ich den Fokus nicht mehr erreichen konnte - der JMI ist 3mm höher als der TS-Auszug .... ![]() Der JMI EV-1n mit Skala und 1:10 Untersetzung Also muss der Hauptspiegel etwas nach vorn versetzt werden. Da die Spiegelzelle sich nicht innerhalb des Tubus versetzen läßt, habe ich den Alu-Tubus um 2cm gekürzt und die Bohrungen neu gesetzt - natürlich erst, nachdem ich den Newton komplett zerlegt hatte ;-) Beim Sägen und Bohren konnte ich ein paar Macken im Lack leider nicht vermeiden, sodass der Tubus auf einem Wege eine neue Lackierung bekam. Der Tubus hat jetzt eine schwarze Basislackierung und eine Deckschicht mit Flip-Flop-Lack, so dass die Farbe des Tubus jetzt zwischen Blau und Grün wechselt. ![]() Der OAZ von der anderen Seite, der Tubus diesmal grün ;-) Weiteren Lack bekamen die Spinne, die Fangspiegelhalterung und die Innenseite des vorderen Tubusringes ab: schwarzen Schultafellack nämlich, der streifendes Licht absorbiert. Der Tubus selbst hat jetzt eine Innenauskleidung mit Veloursfolie und zeigt sich tiefschwarz, ein deutlich sichtbarer Unterschied zum Originallack. ![]() Gesamtansicht: Tubus (diesmal wieder blau;-)), EV-1n, lackierte Spinne und Veloursauskleidung (20.01.2008) Nachträglich bekam der Newton noch zwei Innenblenden. Eine Blende befindet sich vorn im Tubus und verdeckt die Schrauben des OAZ, das Rohr des OAZ, sowie die Befestigungsschrauben der Spinne. ![]() Blende vorn, vor der Spinne. Hinten im Tubus ist der zweite Blendenring zu sehen. Eine weitere Blende habe ich direkt vor dem Hauptspiegel plaziert. Sie verdeckt die Krallen der Spiegelhalterung. Alle diese Bauteile verursachen bei helleren Sternen deutliche Beugungserscheinungen. Die Blenden verdecken sie und entfernen sie damit aus dem Strahlengang. Die Blende vor dem Hauptspiegel kostet zwar etwas Licht, verhindert dafür aber einen Strahlenkranz, wie er hier bei Alnitak entstanden ist... ![]() Vorher: Strahlenkranz um Alnitak Die Blenden sind einfachster Machart: sie bestehen schlicht aus Pappe (Rückseite eines Zeichenblocks) und sind mit schwarzem Schultafellack lackiert. Damit sind sie wasserfest und lichtabsorbierend. Nicht schön, aber effektiv :-) Das Vergleichsfoto steht aber noch aus ... Das größte Problem bei Anfertigung und Einbau der Blenden war die Tatsache, dass der Tubus so ziemlich alles ausser rund und stabil ist - eher eierig und wabbelig. Stabilisiert wird er durch Spiegelzelle und vorderen Tubusring, sowie durch die Rohrschellen. Letztlich habe ich sie grob vorgefertigt und mit Modellbauspachtelmasse angepasst. Lack drauf und gut :-) Fazit: Der Umbau hat sich gelohnt: ich komme wieder in den Fokus ;-) Nun ernsthaft... Der JMI erwies sich schon nach ersten Tests als deutlich stabiler und dabei wesentlich leichtgängiger als der Original-OAZ. Besser zu fokussieren und positionsstabiler ist er nebenher auch noch. Aufgrund der weiteren Maßnahmen erhoffe ich mir noch einen weiteren Kontrastgewinn. Durch die etwas größere Kürzung des Tubus um 2cm wandert der Fokuspunkt auch entsprechend nach oben, wodurch zusätzlich der Tubus des OAZ aus dem Tubus herauskommt und daher auch keine Beugungserscheinungen mehr erzeugt... Ausserdem ist das Röhrchen durch die Umbauten und das neue Outfit zu einem Unikat geworden ;-) Technische Daten:
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05/2007 zum
Gerät MPCC JMI EV-1n |