Filter und Korrektoren ( - in Arbeit - )
Auf dieser Seite geht es um den Einsatz von Filtern und Korrektoren in der Astronomie. Grunsätzlich werde ich auf dieser Seite zwischen visuell und fotografisch einsetzbarem Zubehör unterscheiden. Generell eignen sich Filter für Nebelkomplexe, sie bringen aber nahezu nichts bei Kontinuumsstrahlern, wie z.B. Galaxien oder Sternhaufen. Farbfilter werden fast ausschliesslich bei der Planetenbeobachtung zur Verstärkung von Kontrasten der Oberflächendetails verwendet.

Wichtige Emissionslinien sind:
Linie
Name
bekannte Objekte
486nm
H-beta
Pferdekopf im Orion, Californianebel
501nm
O-III
Planetarische Nebel:
M57 - Ringnebel
M27 - Hantelnebel
656nm
H-alpha
Gasnebel, wie NGC7000 (Nordamerika-Nebel)
673nm
S-II
Supernova-Reste, z.B. Cirrus-Nebel


Filter
Eine Übersicht visuell einsetzbarer Filter.
Visuell gut einsetzbar sind UHC und O-III bei der Nebelbeobachtung.
Die Farbfilter können gut für die Planetenbeobachtung eingesetzt werden. Beispiel dafür ist die Marsbeobachtung mit Rot- oder Orangefiltern (siehe z.B. hier)


UHC-S 2"
Der Universalfilter: UHC
Diese Filter haben zwei Durchlassfenster im sichtbaren Bereich:
450 - 520nm und 620 - kurz unter 700nm. Damit sind die wichtigen Bereiche sichtbar, jedoch wird der gelbe bis orange Bereich, der auch das störende Streulicht enthält, (fast) komplett ausgeblendet. Visuell fällt das nicht weiter auf, da Farben meist nicht sichtbar sind. Fotografisch hingegen fehlen diese Wellenlängen, was natürlich zu gewissen Farbverschiebungen führt.

Sternabb. mit Farbverschiebung
Der Kranz und die Spikes zeigen
die Farbverschiebung ins Blaugrüne
bei der Fotografie durch den UHC-S

Ausserdem verlängern sich die Belichtungszeiten etwa auf das Doppelte bis Dreifache.

H-alpha 2"
H-alpha (Linienfilter)
Dieser Filter wird ausschliesslich fotografisch eingesetzt. Er ist in zwei Versionen erhältlich: mit 7nm oder 45nm Halbwertsbreite (Baader). Die 'engbandige' Version ist allerdings eher für reine Astro-CCDs und grössere Optiken geeignet, die breitere Version für unmodifizierte DSLRs und/oder kleinere Teleskope. Allerdings verlängert sich die Belichtungszeit schon erheblich, so dass die Anforderungen an die Nachführung deutlich steigen.

Fotografisch kann er nur für S/W-Fotografien verwendet werden. Diese können natürlich als Farbkanal in eine Falschfarbenfotografie (z.B. Hubble-Palette: Rot=SII, Grün=HA und Blau=OIII) einfliessen
O-III Vergleich 1,25 und 2-Zoll
O-III (Linienfilter)
Zwei mal O-III, einmal 2" (Baader) als O-III CCD mit 10nm Halbwertsbreite und  1,25" (Astronomik) mit 14,5nm Halbwertsbreite. Baader bietet diesen Filter zusätzlich noch mit 8nm HB an, damit ist er nur noch für Optiken ab 200mm Öffnung und schnellen Öffnungsverhältnissen geeignet.

Dieser Filter wird fotografisch sinnvoll nur S/W-Bilder liefern. Auch diese Bilder können als Farbkanal einfliessen.
Koma-Korrektor, der Baader MPCC
Hier ist der Baader Koma-Korrektor mit dem T2-Ring für Canon EOS abgebildet. Der  Korrektor koorigiert das Bild lichtstarker Newtons. In das vordere Gewinde werden 2"-Filter eingeschraubt.
Der MPCC ist nominell für Newtons von f/4,5 bis f//6 geeignet, jedoch liefert er auch mit meinem f/4-Newton gut korrigierte Bilder.

Spezielle Filter für Webcam-Aufnahmen der Planeten sind der IR-Cut und IR-Pass-Filter. IR-Cut-Filter blocken das infrarote Licht und liefern ein reines Farbbild. Der IR-Pass arbeitet genau umgekehrt: er blockt fast das komplette sichtbare Licht und lässt das tiefrote und infrarote Licht passieren. Dieser Bereich ist nicht so sehr seeinganfällig und kann ein 'schwarz-weisses' Bild liefern, welches sehr detailreich ist und mit den Farbinformationen des IR-Pass-Filterbildes überlagert werden kann.
Beobachtungstipps:

UHC, UHC-S, UHC-E -

was ist der Unterschied?
Der wesentliche Unterschied ist die Bandbreite des Durchlasses.
Während die Filter ohne Namenserweiterung eher engbandig ausgelegt sind, eignen sich die die E oder S-Filter für die Fotografie oder für kleinere Optiken (<200mm)

Werden die Filter fotografisch eingesetzt gilt ähnliches:
große Optik und/oder empfindliche Kameras ermöglichen enbandige und damit detailreicher abbildende Filter.
Bei einer kleineren Optik und/oder einer unempfindlicheren Kamera sollte ein breitbandigerer Filter gewählt werden.


Eignung der Filter:
UHC

O-III

H-alpha

H-beta

S-II

IR-Pass

IR-Cut

Farbfilter