26. - 28. September 2008
Das 9. Herzberger Teleskoptreffen

Nun war es so weit, das 9.HTT stand vor der Tür und damit auch mein
erstes Teleskoptreffen. Auch unser Sohn Fabian wollte mit dabei sein.
Kurze Zeit vor dem Treffen ergab es sich ausserdem, dass Heinz
Schneider, ein Sternfreund aus der Schweiz mit dabei sein konnte.
Wir trafen uns also Donnerstags bei uns in Herford und wollten dann
gemeinsam zum HTT aufbrechen.
Da wir erst Freitagnachmittag (Schule) fahren konnten und auch Ferien-
anfang in NRW war, geriet die Anfahrt zum HTT zur Tortur und so kamen
wir völlig verspätet gegen 22:00Uhr, nach 7h Fahrt in Jeßnigk an.

Direkt nach dem Aussteigen empfing uns ein grandioser Sternenhimmel,
eine Milchstrasse, strukturiert wie ich es so noch nicht gesehen hatte.
... und das schon sozusagen ohne jede Dunkeladaption!
Um die anderen Beobachter nicht zu stören liessen wir das Auto für
den Abend an der Strasse stehen und trugen nur das Wichtigste zum
Zeltplatz. Zeltaufbau im Dunkeln - und hier zeigte sich gleich, was die
schon oft beschriebene familiäre Atmosphäre bedeutet. Wie
selbstverständlich bekamen wir Hilfe, so dass nach ca. 10min das
Zelt aufgebaut war. Wir pendelten noch zweimal mal zwischen Auto
und Zelt und hatten dann alles was wir für die Nacht brauchten.
Nach einem stärkenden Kaffee und Einräumen des Zeltes konnten
wir schon gegen 23:00 selbst mit dem Beobachten beginnen.
Da ich das C-11 noch im Auto gelassen hatte und der Himmel
geradezu nach Übersichtsbeobachtung rief beobachtete ich mit
meinem 10x50 Fujinon. Auch Heinz hatte zwischenzeitlich sein 62mm
Scopos aufgebaut und Daniel Restemeier hatte seinen Dobson direkt
neben uns stehen. So ergab sich die Möglichkeit Objekte mit
verschiedenen Optiken und in verschiedenem Kontext anzusehen.
Flächiges wie die Plejaden oder Sternhaufen in der Kassiopeia
brachte mein Fernglas schön, während Daniel uns einige Nebel
zeigte. Allerdings hatten wir reichlich mit zutauenden Optiken zu
kämpfen. Gegen 2:00 zog der Himmel dann endgültig zu und
beendete die Beobachtungsnacht.

Der Samstagmorgen empfing uns grau in grau - Bodennebel, der
sich nur sehr zögerlich lichtete. Zeit für einen Rundgang über den Platz.
Kurz neben uns befanden sich die größten Lichteimer des Treffens,
der 1m Dobson und der 30" der Backnanger Sterngucker.

1m Dobs
Platzhirsch: der 1m Dobson

Im Bereich der Backnanger Sterngucker befand sich der 30"-Dobs, vor
Allem fiel mir aber ein schön gebauter 14" auf.

BKS-Areal

Detail

Detail

Detail

Auf dem anderen Teil des Platzes stiess ich auf eine stabil gebaute
parallaktische Montierung...


Am späten Nachmittag bereiteten wir langsam die nächtlichen
Beobachtungen vor. Da ich schon morgens das Auto auf den Platz
geholt hatte, konnte ich in aller Ruhe das C-11 aufbauen.

Aber zunächst einige Blicke auf unsere kleine Spechtelstation.

Heinz und Fabian


... der Zeltbewohner :-)

Zeit und Gelegenheit für Gespräche gab es reichlich. Auf dem HTT fühlt
man sich auch gleich heimisch und der Umgang miteinander ist völlig
unkompliziert. Man kommt einfach miteinander ins Gespräch und ist
akzeptiert. Irgendwelche Querelen oder Grabenkämpfe gab es einfach
nicht - sehr angenehm!
Die Organisation, die das Team um Ralf Hofner auf die Beine gestellt
hat ist bemerkenswert. Alles klappte wie am Schnürchen und gleichzeitig
war es nicht aufdringlich. Auch die Verpflegung war gut und preiswert.


Plausch unter Astrozeichnern: Heinz Schneider und Daniel Restemeier

Vogelzug
Es wird Herbst: Zugvögel vor einem strahlend blauen Himmel

Der Samstagabend empfing uns mit einem grandiosen Sonnenuntergang
und einem seltenen Schauspiel - einer Lichtsäule über der untergehenden
Sonne.


Die Lichtsäule über der untergegangenen Sonne

Unsere zweite HTT-Nacht zeigte wieder eine einmalig strukturierte Milchstrasse.
Die Andromedagalaxis und auch die Dreieckgalaxis waren mit blossem Auge
zu sehen! Für mich ebenfalls eindrücklich war, dass M31 weit in den Ausläufern
der Milchstrasse stand!
Das Bild unten zeigt M31 und gibt recht gut den visuellen Eindruck wieder. Die
Vignette stammt von meiner Schnellbau-Taukappe, die 'Delle' unten ist das
vordere Ende der Taukappe des C-11. Rechts daneben ist die Dreiecksgalaxis
als diffuser Fleck zu sehen


Blick auf M31 (EOS10D mit 28mm Brennweite)

Meine zweite Fotoserie mit 135mm Brennweite zeigt wieder M31. Gut
sichtbar sind die Begleitgalaxien. Allerdings schlugen nun Tau und
Aufstellungsfehler zu, so dass ich das Fotografieren ziemlich schnell
aufgab und mich wieder der rein visuellen Beobachtung widmete :-)


M31 mit 135mm Brennweite. Auch die Begleiter sind gut sichtbar

Heinz, Fabian und ich beobachteten mit dem C-11 den untergehenden
Jupiter, Uranus und Neptun, sowie viele Ziele aus Daniels Skyguide und
auch Etliches, das Heinz noch vorschlug.
Es war eine wunderschöne Beobachtungsnacht, die wohl auch Fabian
viel Spaß gemacht hat.
Das Geräusch der Nacht war aber wohl das Jaulen der Föns (Föne?)
Der Kampf gegen die Feuchtigkeit war allgegenwärtig, bei meinem
C-11 war gegen 1Uhr morgens nichts mehr zu wollen - Tau auf dem
Hauptspiegel IN der Röhre ...

Der Sonntag begann dann wieder mit strahlendem Sonnenschein
und einem guten Frühstück mit selbstgebackenem Brot und Heinz'
mitgebrachtem schweizer Käse (lecker!!!)
In aller Ruhe brachen wir unsere Zelte ab und verstauten alles im Auto.
Gegen 13:30 brachen wir dann in Jeßnigk auf und begaben uns auf
den Heimweg. Zunächst Richtung Potsdam um Heinz abzusetzen,
der sich noch Berlin ansehen wollte und dann über die A2 nach
Herford, wo der HTT-Trip für Fabian und mich um 19:00 nach 960
gefahrenen Kilometern und 7 befahrenen Bundesländern endete.

Das HTT bleibt mir sehr angenehm in Erinnerung, ein wunderbarer
Sternenhimmel und eine angenehme Atmosphäre. Ich werde jedenfalls
garantiert wieder zum HTT fahren!


Wetter:
Sehr hohe Luftfeuchtigkeit
Windstill, ruhige Luft










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