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Nun war es so weit, das 9.HTT stand vor der Tür und damit
auch mein
erstes Teleskoptreffen. Auch unser Sohn Fabian wollte mit dabei sein. Kurze Zeit vor dem Treffen ergab es sich ausserdem, dass Heinz Schneider, ein Sternfreund aus der Schweiz mit dabei sein konnte. Wir trafen uns also Donnerstags bei uns in Herford und wollten dann gemeinsam zum HTT aufbrechen. Da wir erst Freitagnachmittag (Schule) fahren konnten und auch Ferien- anfang in NRW war, geriet die Anfahrt zum HTT zur Tortur und so kamen wir völlig verspätet gegen 22:00Uhr, nach 7h Fahrt in Jeßnigk an. Direkt nach dem Aussteigen empfing uns ein grandioser Sternenhimmel, eine Milchstrasse, strukturiert wie ich es so noch nicht gesehen hatte. ... und das schon sozusagen ohne jede Dunkeladaption! Um die anderen Beobachter nicht zu stören liessen wir das Auto für den Abend an der Strasse stehen und trugen nur das Wichtigste zum Zeltplatz. Zeltaufbau im Dunkeln - und hier zeigte sich gleich, was die schon oft beschriebene familiäre Atmosphäre bedeutet. Wie selbstverständlich bekamen wir Hilfe, so dass nach ca. 10min das Zelt aufgebaut war. Wir pendelten noch zweimal mal zwischen Auto und Zelt und hatten dann alles was wir für die Nacht brauchten. Nach einem stärkenden Kaffee und Einräumen des Zeltes konnten wir schon gegen 23:00 selbst mit dem Beobachten beginnen. Da ich das C-11 noch im Auto gelassen hatte und der Himmel geradezu nach Übersichtsbeobachtung rief beobachtete ich mit meinem 10x50 Fujinon. Auch Heinz hatte zwischenzeitlich sein 62mm Scopos aufgebaut und Daniel Restemeier hatte seinen Dobson direkt neben uns stehen. So ergab sich die Möglichkeit Objekte mit verschiedenen Optiken und in verschiedenem Kontext anzusehen. Flächiges wie die Plejaden oder Sternhaufen in der Kassiopeia brachte mein Fernglas schön, während Daniel uns einige Nebel zeigte. Allerdings hatten wir reichlich mit zutauenden Optiken zu kämpfen. Gegen 2:00 zog der Himmel dann endgültig zu und beendete die Beobachtungsnacht. Der Samstagmorgen empfing uns grau in grau - Bodennebel, der sich nur sehr zögerlich lichtete. Zeit für einen Rundgang über den Platz. Kurz neben uns befanden sich die größten Lichteimer des Treffens, der 1m Dobson und der 30" der Backnanger Sterngucker. ![]() Platzhirsch: der 1m Dobson Im Bereich der Backnanger Sterngucker befand sich der 30"-Dobs, vor Allem fiel mir aber ein schön gebauter 14" auf. ![]() ![]() ![]() Auf dem anderen Teil des Platzes stiess ich auf eine stabil gebaute parallaktische Montierung... ![]() Am späten Nachmittag bereiteten wir langsam die nächtlichen Beobachtungen vor. Da ich schon morgens das Auto auf den Platz geholt hatte, konnte ich in aller Ruhe das C-11 aufbauen. Aber zunächst einige Blicke auf unsere kleine Spechtelstation. ![]() Heinz und Fabian ... der Zeltbewohner :-) Zeit und Gelegenheit für Gespräche gab es reichlich. Auf dem HTT fühlt man sich auch gleich heimisch und der Umgang miteinander ist völlig unkompliziert. Man kommt einfach miteinander ins Gespräch und ist akzeptiert. Irgendwelche Querelen oder Grabenkämpfe gab es einfach nicht - sehr angenehm! Die Organisation, die das Team um Ralf Hofner auf die Beine gestellt hat ist bemerkenswert. Alles klappte wie am Schnürchen und gleichzeitig war es nicht aufdringlich. Auch die Verpflegung war gut und preiswert. ![]() Plausch unter Astrozeichnern: Heinz Schneider und Daniel Restemeier ![]() Es wird Herbst: Zugvögel vor einem strahlend blauen Himmel Der Samstagabend empfing uns mit einem grandiosen Sonnenuntergang und einem seltenen Schauspiel - einer Lichtsäule über der untergehenden Sonne. ![]() Die Lichtsäule über der untergegangenen Sonne Unsere zweite HTT-Nacht zeigte wieder eine einmalig strukturierte Milchstrasse. Die Andromedagalaxis und auch die Dreieckgalaxis waren mit blossem Auge zu sehen! Für mich ebenfalls eindrücklich war, dass M31 weit in den Ausläufern der Milchstrasse stand! Das Bild unten zeigt M31 und gibt recht gut den visuellen Eindruck wieder. Die Vignette stammt von meiner Schnellbau-Taukappe, die 'Delle' unten ist das vordere Ende der Taukappe des C-11. Rechts daneben ist die Dreiecksgalaxis als diffuser Fleck zu sehen ![]() Blick auf M31 (EOS10D mit 28mm Brennweite) Meine zweite Fotoserie mit 135mm Brennweite zeigt wieder M31. Gut sichtbar sind die Begleitgalaxien. Allerdings schlugen nun Tau und Aufstellungsfehler zu, so dass ich das Fotografieren ziemlich schnell aufgab und mich wieder der rein visuellen Beobachtung widmete :-) ![]() M31 mit 135mm Brennweite. Auch die Begleiter sind gut sichtbar Heinz, Fabian und ich beobachteten mit dem C-11 den untergehenden Jupiter, Uranus und Neptun, sowie viele Ziele aus Daniels Skyguide und auch Etliches, das Heinz noch vorschlug. Es war eine wunderschöne Beobachtungsnacht, die wohl auch Fabian viel Spaß gemacht hat. Das Geräusch der Nacht war aber wohl das Jaulen der Föns (Föne?) Der Kampf gegen die Feuchtigkeit war allgegenwärtig, bei meinem C-11 war gegen 1Uhr morgens nichts mehr zu wollen - Tau auf dem Hauptspiegel IN der Röhre ... Der Sonntag begann dann wieder mit strahlendem Sonnenschein und einem guten Frühstück mit selbstgebackenem Brot und Heinz' mitgebrachtem schweizer Käse (lecker!!!) In aller Ruhe brachen wir unsere Zelte ab und verstauten alles im Auto. Gegen 13:30 brachen wir dann in Jeßnigk auf und begaben uns auf den Heimweg. Zunächst Richtung Potsdam um Heinz abzusetzen, der sich noch Berlin ansehen wollte und dann über die A2 nach Herford, wo der HTT-Trip für Fabian und mich um 19:00 nach 960 gefahrenen Kilometern und 7 befahrenen Bundesländern endete. Das HTT bleibt mir sehr angenehm in Erinnerung, ein wunderbarer Sternenhimmel und eine angenehme Atmosphäre. Ich werde jedenfalls garantiert wieder zum HTT fahren! |
Wetter: Sehr hohe Luftfeuchtigkeit Windstill, ruhige Luft |
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